Wir wohnen am Rand Berlin. Die Autobahnanbindung ist keine 10 Minuten entfernt und man ist in einer halben Stunde in Berlin. Eigentlich fährt auch die Deutsche Bahn zuverlässig, zumindest unter der Woche. Wennauch in deutlich überfüllten Zügen. Aber Internet kommt auf unserer Ranch durch das alte Bundespost-Kabel nicht wirklich zuverlässig an.

Erfahrungsgemäß liegt der Schnit so bei 5 - 6 MBit/s. Jetzt, mitten in der Nacht kommen auch mal 7,2 MBit/s an. Man sieht aber deutlich, wann das gesammte Dorf Netflix streamt, oder T-Entertain …

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Jetzt, kurz vor vertragsende, hat die Telekom mir Hybrid Internet mit „bis zu 50MBit/s“ angeboten. Die Umstellung soll nun morgen bis spätestens 21 Uhr erfolgen. Ein guter Zeitpunkt sich einmal gedanken darüber zu machen, wo ich denn den speedport aufstellen will. Das ist gar nicht so intuitiv.

  • Zunächst einmal müssen wir auf die Webseite der Bundesnetzagentur gehen, diese hat nämlich eine EMF-Datenbank, in der man den eigenen Standort eintragen kann und dann Funkanlagen in der Nähe angezeigt bekommt.
  • Dies Sendemasten haben dann eine durchaus umfangreiche Tabelle mit den Daten über die konkreten Antennen. Dabei sind die Montagehöhe und die Hauptstrahlrichtung für uns relevant.
  • Als nächstes kommt die Handarbeit dran. Einmal einen Kartenausschnitt bei google maps raussuchen, der den eigenen standort und nächstgelegenen Funkmasten einschließt und ein Screenshot davon machen.
  • Den macht man im Grafik-Programm seiner Wahl (in meinem Fall Arcorn) auf.
  • Per Suchmaschnie das Bild einer Winkelscheibe suchen, und legt die Winkelscheiben als Ebenen über die Karte. Mit Blendmode Divide sieht dass dann auch sehr gut aus, da die meisten Winkelscheibenbilder keine transparenz mitbringen …
  • Und jetzt kann man mit Linien die Hauptstrahlrichtungen eingragen. Bei uns zum Beispiel sind 2 Sendemasten „in der Nähe“ (~ 2 ½ Kilometer), aber der Sendemast mit ungestörter Sichtachse über das freie Feld, sendet gar nicht in unsere Richtung. Der andere Sendemast hat einen Strahler bei 260° - und das ist exakt zu uns. Yay!
  • Um sicher zu gehen, dass der Empfang auch gut genug ist, habe ich noch mit einem Höhenprofil abgeglichen. Da hommt die „Montage über Grund“ zum Tragen, und die Frage, ob die Antenne bei uns dann im Erdgeschoss, oder im Dachgeschoss aufgestellt werden sollte.
  • Wenn die graue Theorie sich bewahrheitet, sollten wir also spätestens Morgen mindestens doppelt so schnell sein. Da ich 5€ pro Monat extra zu zahlen bereit bin, für 50MBit/s, sollte sich die Geschwindigkeit etwa verzehnfachen. fingers crossed …

Nachtrag vom 29.3.2019

So. Es ist 23.28 Uhr und ich habe den Speedport Hybrid abgeschlossen. Er steht am Dachfenster mit freiem Blick auf den Funkturm.

Sagen wir mal so liebe Telekom: da ist nocht Luft nach Oben.

Es ist etwa so viel wie ich vorher hatte, und rein Theoretisch nur ein ⅒ der gekauften Leistung.

Dabei sagt der Speedport Hybrid aber, dass alle 5 Balken voll sind - bester Emfang also. In der Handy-App steht als LTE Signalstärke 5 dB. Da da kein Vorzeichen vor ist, gehe ich davon aus, dass es der SINR-Wert ist, und dann währe die Signalqualiät auch eher so Mittelmäßig. Mal gucken, was der Support nächste Woche dann dazu sagt …

Mein erstes Fazit ist eher so „getrübt“. Zum Beispiel kann der SpeedportRouter auch keine Portweiterleitung für VoIP, so dass ich die FritzBox Telefonanlage mit unseren Fritzphone nicht mehr nutzen kann. Fritzphone c5 kann zwar per dect an den speedport angeschlossen werden, beherrscht dann aber faktisch keine Funktionen über „angerufen werden“ oder „eine nummer mit dem keypad wählen“ hinaus. Kein Telefonbuch. Keine Anruferkennung. Nichts. Ich finde das uncool …